zotLook

Dokumentation

Was zotLook ist, was es braucht und wie man es installiert: Zotero-Anhänge mit der Leertaste ansehen, unter macOS, Linux und Windows.

zotLook ist ein Plugin für den quelloffenen Literaturmanager Zotero. Es zeigt den Anhang des ausgewählten Zotero-Eintrags in einer Vorschau, sobald Sie die Leertaste drücken — so, wie ein Dateimanager es tut. zotLook bringt dafür keinen eigenen Betrachter mit, sondern steuert die Vorschau an, die das System bereits hat:

Was diese Vorschau-Programme anzeigen können, kann somit auch zotLook anzeigen. Wenn Sie die Funktionalität der Vorschau-Programme durch Plugins erweitern, erweitern Sie damit auch die Funktionalität von zotLook.

Darüber hinaus erzeugt zotLook mit Strg+Umschalt+Leertaste Kontaktbögen von PDF-Dateien: ein Übersichtsraster über alle Seiten, dessen Spaltenzahl sich einstellen lässt. Das hilft vor allem bei umfangreichen Dokumenten wie Büchern, denn die Vorschau des Betriebssystems zeigt zwar jede Seite, aber immer nur eine bzw. wenige auf einmal. Der Kontaktbogen, den zotLook generiert, wird von der Systemvorschau angezeigt — und ein Klick auf eine Seite öffnet sie im Zotero-Reader. Das Erzeugen des Kontaktbogens kann einige Sekunden dauern; eine Verlaufsanzeige nennt dabei die Seite, für die zotLook gerade die Vorschau generiert.

Eine Besonderheit von zotLook ist neben der plattformübergreifenden Vorschau, dass Zotero-Annotationen Bestandteil der Vorschau werden — in der Vorschau des Betriebssystems wie auch im Kontaktbogen. Zotero bewahrt Annotationen in seiner Datenbank auf und nicht in der Datei; normalerweise zeigte die Vorschau des Betriebssystems daher das Dokument ohne Annotationen. Auf Wunsch lässt sich die Funktion in zotLook abschalten.

Der Kontaktbogen unter GNOME Sushi auf Linux, mit einem PDF, dessen sechzehn Seiten das zotLook-Logo ergeben

Die beiden Menüs des Bogens, unter macOS: das Inhaltsverzeichnis aus der Outline des PDFs, die Annotationen aus Zotero, jeder Eintrag holt seine Seite in die Mitte des Bogens, und ein Klick auf die Seite übergibt an den Reader.

Voraussetzungen

Zotero Zotero 10 — damit wird zotLook entwickelt und geprüft. Zu älteren Versionen siehe unten.
macOS Ab macOS 12 (Monterey). Nichts zu installieren, Quick Look gehört zum System.
Linux GNOME Sushi. Unter Debian und Ubuntu: sudo apt install gnome-sushi.
Windows QuickLook. Die Versionen des Stores und der Webseite funktionieren gleichermaßen.

Ältere Zotero-Versionen

zotLook installiert sich weiterhin ab Zotero 7 und funktioniert dort möglicherweise auch. Entwickelt und geprüft wurde es auf 7, 8 und 9 aber nicht, also wird darüber auch nichts behauptet. Ein Blick in Zoteros eigene Quellen sagt immerhin so viel:

  • Alles Übrige, was das Plugin aufruft, gibt es bereits in 7.0.0 — zotero://open-pdf?cfi=, PreferencePanes.register, PDFWorker.export, getMainWindows.
  • EPUB.mjs, worauf die EPUB-Vorschau und die EPUB-Seitenübersicht aufbauen, taucht erst in Zotero 8 auf. Darunter kann alles, was mit EPUB zu tun hat, nicht funktionieren.
  • Ob Zotero 7 sein mitgeliefertes pdf.js dort liegen hat, wo der Kontaktbogen es sucht, konnte ich nicht prüfen.

Wenn Sie zotLook auf einem älteren Zotero betreiben — erfolgreich oder nicht —, schreiben Sie es bitte. Rückmeldungen sind willkommen und werden hier nachgetragen.

Installation

  1. Die aktuelle .xpi-Datei von der Freigabe-Seite laden.
  2. In Zotero: Werkzeuge → Add-ons.
  3. Zahnrad → Add-on aus Datei installieren …
  4. Die geladene Datei wählen, dann Zotero neu starten.

Von da an sucht Zotero selbst nach neuen Versionen und aktualisiert das Plugin, ohne dass Sie sich darum kümmern müssen.

Hinweis

zotLook installiert sich neben Guillaume Chaprons Zotero7QuickLook, nicht darüber — die beiden tragen verschiedene Plugin-Kennungen. Wenn Sie beide haben, schalten Sie eines ab, sonst wird die Leertaste doppelt beansprucht.

Schnellstart mit zotLook

Wählen Sie einen Eintrag und drücken Sie die Leertaste. Handelt es sich um einen Elterneintrag statt um einen Anhang, sucht zotLook einen Anhang aus — ein PDF vor einem EPUB und ein EPUB vor allem anderen. Diese Reihenfolge lässt sich ändern. Ein zweites Mal Leertaste oder Escape schließt die Vorschau wieder.

Umschalt+Leertaste zeigt stattdessen die Notizen des Eintrags als Seite.

Strg+Umschalt+Leertaste erzeugt einen Kontaktbogen: jede Seite eines PDFs als Miniatur in einem scrollbaren Raster. Ein Klick auf eine Seite öffnet sie im Zotero-Reader. Bei langen Dokumenten dauert das einige Sekunden, und das Plugin sagt es, während es arbeitet. In jeder Ecke öffnet ein Knopf das Inhaltsverzeichnis des Dokuments und seine Annotationen; ein Eintrag holt seine Seite in die Mitte des Bogens.

Ein EPUB bekommt ebenfalls einen, sofern es geht. Ein umfließendes Buch hat keine eigenen Seiten, aber eines, das neben einer gedruckten Ausgabe erscheint, führt deren Paginierung meist mit — und wo das der Fall ist, schneidet zotLook das Buch an diesen Marken und zeigt es Seite für Seite, jede Kachel mit einem Weg zurück in den Reader. Ein Buch ohne solche Marken sagt das, statt willkürliche Abschnitte zu zeigen.

Liegt die Datei nur in der Cloud und nicht auf diesem Rechner, lädt zotLook sie zuerst herunter, statt zu melden, sie fehle.

Wie die Annotationen in die Vorschau kommen

zotLook exportiert eine Kopie des PDFs mit Ihren Hervorhebungen, Notizen, Flächen und Freihandzeichnungen und zeigt diese Kopie statt der gespeicherten Datei. Bei einem EPUB entfällt der Export: zotLook liest die Position, die Zotero zu jeder Annotation speichert, und markiert die Stelle in der Seite, die es ohnehin aus dem Buch baut. Hervorhebungen erscheinen in ihrer Farbe, Unterstreichungen als Unterstreichungen.

Anhänge ohne Annotationen werden erkannt, bevor irgendeine Arbeit beginnt, und ein Export wird wiederverwendet, bis Sie eine Annotation hinzufügen oder ändern. Nach erstmaliger Generierung entsteht ohne Änderungen also kein zusätzlicher Aufwand.

Auf Wunsch können Sie die Integration der Annotationen in die Vorschau in den Einstellungen abschalten.

Zotero hat doch schon eine Vorschau

Hat es, und zotLook ersetzt sie nicht. Die Seitenleiste zeigt den Anhang mit seinen Annotationen darauf — ganz ohne externe Programme. Auf die Frage Was ist das? ist sie die richtige Antwort.

Für eine eingehendere Vorschau von Dokumenten ist sie jedoch nur bedingt geeignet und wahrscheinlich auch gar nicht dafür gedacht.

  • Sie zeigt eine einzelne Miniatur, durch die man mit zwei Knöpfen oder den Pfeiltasten blättert.
  • Die Breite der Miniatur ist auf die der Seitenleiste beschränkt, ihre Höhe folgt den Seitenverhältnissen.
  • In der Miniatur lässt sich nichts anklicken, markieren oder kopieren — Webschnappschüsse sind die Ausnahme, dort ist dafür das Markieren abgeschaltet.
  • Die Zotero-eigene Vorschau kennt aktuell (Zotero 10) nur vier Formate: PDF, EPUB, Webschnappschuss, Bild — Video und Audio stehen im Quelltext als noch zu erledigen.

zotLook möchte die integrierte Vorschau genau in diesen Punkten ergänzen: etwas richtig ansehen, ohne es zu öffnen.

  • Deutlich größer — und so groß, wie Sie möchten. Die Vorschaufenster aller drei Systeme lassen sich frei in der Größe ziehen, und der dargestellte Inhalt skaliert mit.
  • Unabhängig von der Seitenleiste, die dafür nicht geöffnet sein muss.
  • Alles auf einmal. Strg+Umschalt+Leertaste erzeugt einen Kontaktbogen: einen kompakten Überblick über alle Seiten eines PDFs. Führt ein Buch eine gedruckte Paginierung mit, gilt das auch für EPUB.
  • In wenigen Griffen zum gesuchten Abschnitt. Die EPUB-Vorschau hält Inhaltsverzeichnis und Annotationen hinter je einem Knopf über dem Text bereit; Zoteros Vorschau kennt nur vor und zurück.
  • Aus der Übersicht in den Reader. Den Reader an der gerade angesehenen Seite zu öffnen, ist eine Funktion von Zoteros Vorschau — dort allerdings nur beim PDF. zotLook bildet sie in seiner Vorschau nach: ein Klick auf eine Seite öffnet sie im Reader, beim EPUB ebenso.
  • Ein Dokument, kein Bild. Was das Vorschauprogramm des Betriebssystems erlaubt — Text markieren, kopieren, scrollen —, steht damit auch für Zotero-Anhänge zur Verfügung.
  • Breite Unterstützung von Dateiformaten: Was die Vorschau des Betriebssystems kann, kann auch zotLook. Die Seite Plattformen beschreibt, was die Systeme von Haus aus zeigen — erweitern lässt sich das noch erheblich.
  • Eine Taste, und wieder weg. Leertaste zum Ansehen, Leertaste oder Escape zum Schließen. Kein Tab, der aufgeht, und keiner, der zugemacht werden muss.

zotLook und Zoteros eigene Vorschau beantworten also verschiedene Fragen — Was ist das? und Lass mich das mal richtig ansehen — und sind somit nebeneinander gut aufgehoben.

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